2008/02/26 - Colorline Arena; Hamburg (D)

Genia

Der Corgan, der alte. Immer für Überraschungen offen. Diesmal weniger im Set aber nun nicht nur mit Uli an der Gitarre, auch Rudi war gestern mitdabei. Welches Lied sie angestimmt haben, weiß ich leider nicht. Klang aber nach einem Klassiker und hat wie Sau gerockt, herrlich! Nach US habe ich mich auch schon gewundert was denn nun als Zugabe kommen könnte. Wound?! (Kam nämlich wieder nicht). Während US hatte ich btw jede menge Zeit nachzudenken, bevor ich noch einschlafe - gelle, herr Absinth Die Noises empfand ich als zu mühsam und das Cover-Medley in CashCarStar war imo überflüßig. Mit Superchrist kann ich mich noch immer nicht anfreunden. In Frankfurt hatte ich nicht das Gefühl, da klang alles noch neu. Billy, eher Wortkarg gestern. Vermutlich hat er gemerkt dass die Bierstände mehr Blicke aufsich zogen als er vorn auf der Bühne. Das führte dazu, dass viele - besonders die 3 Herren neben mir - stetig in Bewegung waren: Toilette>Bier>Sitzplatz>Toilette>Bier... Und wen interessieren die vielen Gitarren die da neben der Bühne aufgebaut sind. Genießt es doch lieber wenn sie gepielt werden... Es gab aber ein Paar Momente bei denen ich die Augen schließen konnte und endlich ohne Störungen der Musik lauschen konnte. Bei Mayo, Perfect, Try hatte ich schon Tränen in den Augen und TTW ist akkustisch noch toller, Gänsehaut. Schön zu sehen, dass sich Billy vom eher verhaltenen Publikum nicht runterziehen lässt. Fazit: Show hui, Stimmung pfui. So, allen die Laune versaut

Ah ja:

Ah ja 2:
Jeff hatte nen Fake-Schnauzbart

-Absinth-

Ich dachte ja am Anfang, der Bart sei echt! War aus der Ferne nicht zu erkennen und Leuten, die Monate lang mit Typen wie Corgan durch die Lande tingeln, ist im Grunde alles zuzutrauen... Mit dem Bart sah der Kerl aus wie eine Mischung aus Günther Grass und Charlie Chaplin. Genia, ist das fotografisch dokumentiert?

Ich fand das Cover-Medley sehr nett. CCS hat eh' saumäßig gerockt und wieder mal all' diese Spinnerbands weggeblasen, die sich Laut und Hart auf die Fahnen schreiben... Und Herr Corgan hatte sichtlich Spaß daran, dieses behämmerte Uriah Heep-Lied zu singen und beim brachialen Ende immer wieder "Death To False Metal!" ins Mikro zu kreischen... Prima. Möglicherweise hat Corgan an seiner VHS jüngst den Grundkurs 'Selbstironie für Anfänger' belegt. Und wo Genia es schon angedeutet hat und sich Frau Blau schon die Hände reibt, um mich Board-intern vorzuführen, gebe ich es offen zu: Ja, ich bin bei 'United States' eingeschlafen! Würde sich gut machen, wenn ich das als politisches Statement verpacken könnte, aber da muss ich leider passen...

Der Song saugt einfach.

Frau Blau hat mich allerdings umgehend geweckt. Derartiges Verhalten ist wohl angesichts des Ticketpreises auch nicht angemessen und außerdem hätte ich ja sonst Corgans erweiterte Dinosaurier-Expo verpasst. Nicht nur den bereits bekannten aber deshalb nicht weniger verstörenden Uli mit seiner singenden Gitarre, sondern auch diesen Rudi. Selbe Reaktion wie in Berlin: Publikum verstört, Corgan beglückt. Zusammenfassend: Etwas seelenlose Show, was sicher auch an Halle und Publikum lag. Die Setlist war eigentlich die optimale Ergänzung zur Berlin-Show. 'Bring The Light' war, wie zu erwarten, schauderhaft... Dafür war die Akustik-Version von 'That's THe Way' , wie Genia schon schrieb, wirklich großartig. Kein 'Wound'. Dafür eine shoegazige 'Daydream'-Version. Auch nett... Insgesamt okay, aber das nächste Mal fahren wir wieder irgendwo in eine kleinere Halle, wenn möglich, und nehmen dann auch gern wieder ein bißchen Gereise in Kauf...